Michael Oehme: Niedriglohn-Jobs führen in die Altersarmut

In Deutschland gibt es viele Branchen, die sehr niedrige Löhne zahlen. Die Niedriglohn- oder Mini-Jobs wurden 2003 eingeführt und waren als „Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt“ gedacht. Arbeitgeber ziehen ihre Vorteile aus solchen Arbeitsverhältnissen, da sie auf Kosten der Arbeitnehmer Gelder einsparen, z.B. bei der Sozialversicherung. Der Niedriglohnsektor wächst immer weiter und hat längst sein ursprüngliches Ziel verfehlt. Mini-Jobber sollten schnell eine andere, besser bezahlte Arbeit finden. Fehlanzeige! Teilzeitarbeit, 400-Euro-Jobs und befristete Arbeitsverträge sind zum Massenphänomen geworden. Rund 7,5 Millionen Menschen arbeiten deutschlandweit in solchen Jobs. Sie würden gerne mehr arbeiten um dementsprechend mehr Geld nach Hause zu bringen, denn der Lohn reicht oft nicht zum Leben. Die jeweiligen Arbeitgeber könnten dann jedoch keine Niedriglöhne mehr zahlen. Für den Steuerzahler wäre es natürlich viel besser, wenn mehr Menschen mehr verdienen würden.

Wer dauerhaft für so wenig Geld arbeitet, erwartet zu Recht die Altersarmut. Viele fürchten als Rentner wie ein Hartz-IV Empfänger leben zu müssen. Einzelne Wirtschaftszweige haben schon ein regelrechtes Dumpinglohn-Image wie z.B. die Friseur-und Kosmetikbranche oder die der Straßen-und Gebäudereinigungen.

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